#110 - Das Ende der Friedenszeit? Warum Deutschlands Sicherheit auf dem Meer entschieden wird

Shownotes

Ist die Friedenszeit für Deutschland endgültig vorbei? In dieser brisanten Folge spricht Dr. Moritz Brake, Marineoffizier und Experte für maritime Strategie, eine deutliche Warnung aus: Die Sperrung der Straße von Hormus ist kein fernes Problem, sondern ein direkter Angriff auf die Lebensadern unserer Gesellschaft. Während die Märkte sich oft in trügerischer Sicherheit wiegen, erklärt Brake, warum die tatsächlichen Folgen für Ölpreise, die Halbleiterindustrie und globale Lieferketten erst noch mit voller Wucht einschlagen werden. Wir analysieren, warum ein einziger gestoppter Tanker den täglichen Energiebedarf ganz Deutschlands decken könnte, wie das Zusammenspiel von Iran, Russland und China die Weltordnung herausfordert und warum wir unsere nationale Resilienz jetzt radikal neu denken müssen. Erfahren Sie, warum wir uns auf jahrelange wirtschaftliche Auswirkungen einstellen müssen und welche defensiven Strategien jetzt für Investoren und die Politik entscheidend sind, um in einer Ära der machtpolitischen Auseinandersetzungen handlungsfähig zu bleiben.

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00:00:00: Ist die Friedenszeit denn für Deutschland auch jetzt vorbei?

00:00:04: Ja, ganz klar.

00:00:08: Und das merken wir auf dem Meer noch einmal mehr!

00:00:23: Hallo und herzlich willkommen bei einer neuen Ausgabe von The Message der Investment Podcast heute mit Gast um.

00:00:28: wir sind froh Ihnen dabei zu haben Dr.

00:00:30: Moritz Brake.

00:00:31: Herzlich Willkommen.

00:00:33: Totally unacceptable sind die Worte des Morgens würde ich sagen.

00:00:37: Die Straße von Hummus ist immer noch zu.

00:00:39: Wie lange bleibt das so?

00:00:41: Ja vielen herzlichen Dank für die Einladung.

00:00:43: Ich freue mich sehr.

00:00:44: Ja, offen das Thema kein erfreuliches.

00:00:46: ist es recht wenn man über Investitionen spricht und über die wirtschaftlichen Entwicklungen?

00:00:50: denn mein ein Statement ganz klar vorab ich glaube diese Sperrung und erst recht alle Folgen würden uns noch lange begleiten.

00:00:59: Es sieht nicht danach aus dass wir einen Frieden erleben vor Ort.

00:01:03: Die Bedingungen sind so innerhalb des Iranens, aber auch in der Konstellation der Folgen und der Gefahren die aus der Sperrung der Straße von Hormuz entstehen oder einer dauerhaften Kontrolle eine Restkontrolle über die Straße durch den Iran das ein Frieden gar nicht greifbar scheint Weder für die Region, noch für die Amerikaner und auch für diejenigen, die hinter dem Iran stehen.

00:01:25: Also Russland und China scheint das aus meiner Sicht gerade gar nicht den Zielen zu entsprechen.

00:01:30: also müssen wir uns darauf einstellen dass es noch sehr lange begleiten wird.

00:01:34: Wieso wird dann immer wieder angeteasert?

00:01:35: Dass man in der Nähe einer Beendigung des Konflikts ist oder näher einer Einigung?

00:01:42: Naja es hilft möglicherweise den Verhandlungen Und vielleicht auch ist es ein Versuch, die Märkte zu beruhigen.

00:01:47: Denn wenn man sich anguckt wie die Aktienkurse sich in den letzten Wochen verhalten haben dann ist die tatsächliche Konsequenz dessen was da passiert noch gar nicht in die Märkte durchgeschlagen.

00:01:59: Vielleicht liegt das daran dass eben einerseits diese Art Kommunikation geführt wird.

00:02:04: Man versucht so ein bisschen die Folgen zum Beschwichtigen Aber andererseits könnte es auch schlichter anlegen Ja, das geht dann schon eher so in den Bereich meiner Tätigkeit der letzten Jahre.

00:02:17: Wer sich mit maritime Themen befasst, wer sich mit Wehmacht befasst und wer sich von Konflikten auf See befasst merkt dass es für die vielen Menschen sehr weit weg ist.

00:02:24: Ich glaube für viele ist noch gar nicht klar und greifbar was das eigentlich bedeutet was da gerade passiert.

00:02:30: Also wir sind in einer doppelten Situation wo es gefährlich wird.

00:02:33: Wir kriegen einerseits Botschaften gespiegelt aus der Richtung der Verhandlungen Kurz vor einer Lösungsstunde, dass das alles so wild sei sozusagen.

00:02:42: Und gleichzeitig haben wir aber auch das volle Begreifen des Ausmaßes dieser Krise noch gar nicht in den Märkten und der Bevölkerung ist es noch gar nie angekommen.

00:02:52: Das finde ich auch also wenn man sich jetzt auch anschaut dem Markt als Indikator.

00:02:56: Also wir haben den S&P nach elf Tagen weiter zurück auf All Time Highs.

00:03:02: Das war die schnellste Recovery, die es je gab bei irgendeiner Krise und wie du sagst.

00:03:07: Die Folgen sind ja noch überhaupt nicht angekommen.

00:03:09: wir hatten ziemlich viel Zibornöl was noch auf dem Weg war.

00:03:12: Die letzten Tanker sind glaube ich Anfang Mitte April dann irgendwo hier in die Häfen gelaufen.

00:03:16: aber das Ausmaß zeigt sich ja erst noch.

00:03:19: Aber vielleicht fangen wir nochmal vorne an.

00:03:20: Vielleicht stellst Du Dich unseren zuhören und Zuschauer'n kurz vor wer bist Du?

00:03:23: Was machst Du?

00:03:24: Wo kommst Du her?

00:03:25: Das wäre vielleicht nochmal ganz interessant an der Stelle bevor wir weiter ins Thema gehen.

00:03:28: Ja sehr gerne!

00:03:30: Also erst mal, ich freue mich sehr über die Einladung hier.

00:03:32: Auch gerade mit dem Bezug Köln-Rheinland.

00:03:35: Ich bin selber Gepürtjäger Kölner.

00:03:36: Meine Familie kommt zwar aus Norddeutschland Aber ich bin erste Generation Kölnar Bin auch an der Unibon tätig Mit einem Lehrauftrag über lange Zeit Mittlerweile im Fingtank Cassis Der sich mit strategischen Fragen befasst.

00:03:50: Aber ich bin vor allem eben in meinem beruflichen Weg vom Wehrpflichtigen nach dem Abi in Köln bei der Marine angekommen und habe dort dann relativ zügig erkannt, dass mich das noch mehr begeistert.

00:04:01: Und bin dann über zwanzig Jahre aktiver Offizier gewesen in der Marine – einundzwanzig jahre insgesamt!

00:04:06: Ich habe über die Marine nautisch studiert, ziviles Kapitänspatent.

00:04:11: Ich bin auf Handelsschiffen im Rahmen des Studiums zu See gefahren, aber vor allem natürlich auf Kriegsschiffen.

00:04:16: Ich habe Auslandseinsätze mitgemacht und ich war einmal vor der Küste des Libanons.

00:04:20: Also genau da wo es jetzt auch wieder heiß ist, wo's knallt, hab dort im Jahr seven Nach dem Libanon-Krieg eben als Peacekeeper mitgewirkt.

00:04:31: Auf einem Schiff der deutschen Marine war dann in zehntswurzehntelf Vor der Küstel Somalia zur Pirateriebekämpfung für die Europäische Union Auch auf dem Deutschen Kriegschiff Und habe in Zuge dessen aber nochmal neue akademische Fragen mit nach Hause gebracht.

00:04:44: Da half mir mein Ingenieurstudiengang nicht und hab dann noch mal War Studies am King's College London gemacht, ersten Master spät an PhD und habe lange an der Schnittstelle Bundeswehröffentlichkeit Politik Akademie gearbeitet als sogenannte Jugendoffizier.

00:05:00: Das war eine unheimlich befriedigende spannende Arbeit Parallel dazu eben meine akademischen Studien selber betrieben.

00:05:07: Hab dann schon angefangen mit Zink Tank Arbeit, mit Lehrtätigkeiten angefangen und habe in der Schlussphase meiner aktiven Dienstzeit noch in der Strategie Arbeitsgruppe des Inspekteurs Marine mitgewirkt.

00:05:16: nationale Sicherheitsstrategie nach Zeitenwende nach Vollinvasionen der Ukraine übersetzen in eine Marine-Strategie Und hab dabei aber für mich auch gemerkt dass wenn ich jetzt in dieser Beringlichkeit erlage wo viele Dinge ganz schnell passieren müssen im System bleibe Dann kann ich immer nur kleinere Veränderungen anstoßen und deswegen bin das Risiko eingegangen, diesen sicheren Hafen fester Dienst als Soldat ein Stück weit hinter mir lassen.

00:05:43: Ich bin immer noch begeisterter Reserve-Offizier, bin auch wirklich mit Überzeugung in der Marine gewesen und immer noch mit Überzeugung der Marine verbunden und habe dann aber mich selbstständig gemacht mit der Firma NEX MARIS.

00:05:55: und wir haben dann an der Schnittstelle von Regierungsstreitkräften Wirtschaft und Forschung.

00:06:02: Und auch wo es viel um Start-up Themen geht, Innovationsthemen in der Wirtschaft geht ja eine Firma aufgebaut die jetzt in so einer spezialisierten Ecke fast wie ein privater Fink Tank Beratungsleistungen macht.

00:06:13: wir erstellen Gutachten Wir unterstützen bei großen Industrie Kooperationen Rüstungskooperation Machen Resilienzanalyse für kritische Infrastruktur, Maritime und es ist letztlich sehr stark Maritim was wir machen.

00:06:24: Und ja jetzt zu der aktuellen Lage.

00:06:26: also im Prinzip schon mit dem Beginn der Angriffe der Houthis auf Schiffe in Rotem Meer und Gold von Aden kam auch die Komponente öffentlicher Kommentare, Interviews, Inputs, Beiträge in Zeitungen und Fachzeitschriften verstärkt hinzu.

00:06:40: Und jetzt mit Beginn des Irankrieges hat das massiv zugenommen, dass die Netzwerke, die wir haben, die Einblicke oder die Erfahrungen der Analysen, die auch anwenden um öffentlich zu kommentieren und zu unterstützen im breiteren Verständnis dieser Krise.

00:06:55: Was das für uns bedeutet, aber auch was wir daraus ja notwendig an Handlungen ableiten müssen und auch Chancen ergreifen.

00:07:01: Ich glaube das ist ein ganz zentraler Punkt.

00:07:03: ich bin immer optimist gewesen und bin fest überzeugt dass wir aus dieser Krise auch ganz viel machen können ja machen müssen.

00:07:11: Wir haben dafür so viele Potenziale, aber wir müssen uns dafür einmal ehrlich auch wirklich mit der Lage auseinandersetzen.

00:07:16: Möchtern bewerten was eigentlich Sache ist um dann zu erkennen was wir für Maßnahmen daraus ableiten müssen.

00:07:21: Sprichst du jetzt für Deutschland?

00:07:23: Was Deutschland an Maßnahmen daraus ableitet?

00:07:27: oder Europa?

00:07:27: Nicht nur Deutschland, auch Europa.

00:07:29: vor allem ist es ein europäischer Fokus Aber Deutschland natürlich ganz klar.

00:07:33: das ist das wenn man will dass das sehzüchtige Schiff, mit dem wir in diese Zukunft aufbrechen.

00:07:39: Aber Europa ist sozusagen dieses gemeinsame große Projekt was wir aufbauen.

00:07:46: und für mich ist es auch klar meine Selbstständigkeit ist die Fortsetzung meines Dienstes mit anderen Mitteln und mein Dienstzeit ist an Deutschland gebunden aber ein Deutschland in Europa und gebunden an die Menschen würde.

00:07:57: Und das ist genau das, wo wir auch mit unserer Firma, mit unserer Mission unterwegs sind.

00:08:01: also Wir sind für europäische Maritime Resilienz nach der Zeitenwende angetreten und egal ob man diesen Begriff Zeitenwände weiter mag oder nicht letztlich geht es um diese epochale Veränderung und dieses ja bestehen in einer Ära der machtpolitischen Auseinandersetzung und dabei ist ein ganz ganz zentrale Aspekt dass was auf dem Meer passiert.

00:08:20: Ich glaube vielen Leuten ist erst mal bewusst geworden was das für eine Lebensader ist diese zwei großen Straßen, eigentlich die Straße von Hormuz und die Straße vom Malakka natürlich auch.

00:08:29: Wo letztendlich so viel durchgeht an Öl aber auch Düngemitteln und

00:08:34: Co.,

00:08:34: das heißt wenn man es als Körper sehen würde dieser Lebensadner, der jetzt verstopft ist.

00:08:39: im Prinzip was glaubst du?

00:08:42: Was ist dein Szenario?

00:08:43: wie geht's weiter?

00:08:43: Also ich glaube diese Verhandlungsstrategien, die wir gesehen haben ist für mich so dass ich sage Es wird immer so angeteasert, als wenn es auf den Weg kommt.

00:08:52: Aber die andere Seite sagt besprechen gar nicht so ungefähr.

00:08:54: das ist natürlich auch wieder eine Verhandlungstaktik vielleicht.

00:08:57: aber was ist dein Szenario?

00:08:58: wie wird sich dieser Konflikt in den nächsten Wochen weiter entwickeln?

00:09:03: Ich glaube muss ein kleiner Schritt zurücktreten um zu verstehen was da eigentlich passiert dass man sich verdeutlicht welche Bedeutung hat das eigentlich für uns für die Weltwirtschaft.

00:09:11: Erst wenn ich verstehe, dass über neunzig Prozent des weltweiten Warenverkehrs in Tonnen pro Kilometer übers Meer läuft und wenn ich verstehe das zum Beispiel auch die achtzig Prozent der europäischen Energieversorgung uns über das Meer erreicht dann wird mir klar so langsam was das bedeutet wenn jemand Seewege blockiert.

00:09:28: Und ganz hart auf den Punkt gebracht Wenn wir über Landes- und Bündnisverteidigung reden für Europa Für Deutschland Für Die NATO Dann könnten wir für unsere eigene Verteidigungs- und Handlungsfähigkeit Das leichter verkraften Dass wir irgendwo ein paar Quadratmeter Boden verlieren Quadratkilometerboden verlieren und die wieder umkämpfen müssen in einer Auseinandersetzung, als dass wir zentrale Seewege verlieren.

00:09:48: Und die können sehr weit weg sein.

00:09:49: diese Knotenpunkte.

00:09:51: Malacca war genannt hier Hormus ist genannt, Babelmandep eben Rotes Meer, Golf von Aden ist genannt der Suezkanal oder auch die Straße von Gibraltar das sind alles Punkte.

00:10:00: wenn man uns da wirklich Den Blockaden dazwischen hagelt, wenn man das irgendwie im Gefahr bringt.

00:10:07: Wenn man dafür sorgt dass freier Seehandel nicht mehr funktioniert dann kann es sehr schnell wirklich in die Knie zwingen.

00:10:14: Also unsere Funktionsfähigkeit unserer Gesellschaft hängt von diesen unglaublichen Mengen an Gütern ab Die darüber hierher kommen.

00:10:22: Ich kann kurzzeitig versuchen wegfallende Seewege durch Luftbrücken oder was auch immer aufzufangen Aber das Volumen, was da transportiert wird, das kriege ich nicht transportiert in der Luft.

00:10:33: Also wir haben im weltweiten Frachtaufkommen eben diese über neunzig Prozent etwa die auf den Seeweg abgedeckt werden.

00:10:39: Das sind nicht mal zehn Prozent noch viel weniger, die über Luftfracht weltweit transportiert werden in Tonnen pro Kilometer.

00:10:46: Das heißt also hier und übrigens bei gleichen Emissionen, das muss man auch noch mal sagen.

00:10:50: Das heißt so wenn wir über Effizienz reden ist es nicht nur ein ökonomischer Faktor sondern auch einen ökologischen Faktoren aber es ist eben auch schlicht ein Effektivitätsfaktor.

00:10:59: ich kann das nicht auf anderm Wege transportieren.

00:11:02: Und auch in Bezug auf die Krise von von Hormuz einer der großen Tanker der da an der Ausfahrt gehindert wird.

00:11:07: etwa zweitausend Schiffe sitzen aktuell fest von den größeren.

00:11:10: Wenn ich die kleine regionale Schifffahrt mit betrachte sind es über drei tausend schiffe die betroffen sind.

00:11:15: So ein Tanker von dreihunderttausend Tonnen Öl, das sind dreihundert Millionen Liter hohe Öl.

00:11:22: Je nach Güte des Öls, je nach Raffinerieprozess kann ich da zweihundert Millionen Litern Benzin und Diesel daraus machen.

00:11:28: Das Verhältnis ist nicht eins zu eins also es wird nicht zur Hälfte Diesel und zur hälfte Benzin draus aber diese Zweihundert Million Liter Diesel und Benzien entspricht in etwa dem Tagesbedarf der Bundesrepublik Deutschland.

00:11:41: Ein einziges Schiff!

00:11:43: Das heißt, wir müssten damit Deutschland einfach so weiterlaufen kann wie bisher.

00:11:46: Dreihundertfünfundsechzig solcher Schiffe im Jahr hier ankommen haben plus die Affinerie Kapazitäten und allem drum und dran.

00:11:52: das ist ja nochmal ein eigenes Bleibpapier.

00:11:54: aber letztlich müssen wir sicherstellen dass dieser Transport stattfindet denn wir können es auf anderm Wege nicht bekommen.

00:12:01: Wir haben mittlerweile natürlich auch Pipelines nach Norwegen Wir haben Ölförderung in der Nordsee.

00:12:06: Es gibt verschiedene Aspekte die das ein Stück weit auffedern.

00:12:09: Aber wir kommen eben nicht von dieser Versorgung weg Und wir haben strategische Ölreserven, wir haben etwas an Gasreserben.

00:12:15: Wir können also etwa drei Monate wenn die Öl-Reserven voll sind ohne Importe auskommen weil wir haben diese Reserven übrigens ja auch schon angetastet um Preiseffekte an der Tankstelle abzufedern.

00:12:25: Also Reserben die eigentlich dazu da sind dass unsere Krankenwagen noch fahren und so Bundeswehr noch funktioniert Die Polizei funktioniert unser Staat weiter funktioniert.

00:12:33: Diese Reserve nutzen wir gerade um den Konsum unserer Bevölkerung abzufiltern.

00:12:37: Aber gut, da kommen wir sehr tief in Themen.

00:12:39: Steinen wir gerne weiter mit ein.

00:12:40: aber das ist glaube ich einfach um sich das noch mal zu vergegenwärtigen wie wichtig is Seehandel eigentlich?

00:12:45: Das ist nicht einfach irgendein Krieg irgendwo auf der Welt tausend von Kilometern weit weg sondern es ist wirklich wie du eben eingeleitet hast etwas was uns gleich an unsere ja an unsere Lebensadern geht.

00:12:55: und wenn man die abknöre abschnürt dann werden wir irgendwann bewusstlos handlungsunfähig und irgendwann stirbt ein Staat wenn man ihm die Seewege nimmt.

00:13:03: Kann ich ganz kurz einhaken, weil wir haben kurz vorher vor dem Podcast kurz drüber gesprochen.

00:13:08: Wer hat denn mehr Interesse daran?

00:13:09: Dass diese Straße von Umus weiter blockiert ist?

00:13:11: sind es die Iraner, weil die profitieren ja gerade auch nicht gerade davon dass sie ihre Schiffe nicht rausgehen und weiter Geld verdienen können uns weiter gleichermaßen.

00:13:20: wie du grad gesagt hast Europa leidet stark darunter Deutschland stark leidet unter Die USA auch.

00:13:25: oder sind die auch eher interessiert dran?

00:13:27: Weil die natürlich sehr viel Öl auch selber produzieren.

00:13:31: Genau also die USA sind jetzt nicht in der eigenen Ölversorgung von Hormus abhängig.

00:13:38: Wir haben uns am Anfang darauf ausgerührt, dass wir gesagt haben, wir haben unsere Lieferverträge mit anderen Lieferanten.

00:13:43: Wir müssen nicht direkt Öle aus Hormuz beziehen.

00:13:45: aber das ist kurz gedacht weil wir ja aus dem Weltmarktöl beziehen und die Preise steigen.

00:13:49: Das übrigens auch für Amerika.

00:13:50: kurz gedacht.

00:13:51: Amerika versorgt sich zwar selber und verkauft auch Öl, kann damit sogar in bestimmten Bereichen viel Geld verdienen.

00:13:57: Aber das Problem Die Bevölkerung dieses Geld nicht in die Taschen kriegt, die verdienen nicht an dem gestiegenen Ölpreis.

00:14:03: Sondern sie zahlen ihn mit!

00:14:05: Also auch die amerikanische Bevölkerung muss ja diese Preissteigerungen im Weltmarkt mit auffangen wenn überall sonst öltoller wird.

00:14:11: also das ist etwas was uns mittrifft.

00:14:14: aber was zum Beispiel auch die Amerikaner direkt da trifft ist der Wegfall von Helium Ebenfalls aus dem persischen Golf, ein Drittel der weltweiten Heliumproduktion kommt aus Katar.

00:14:24: Helium wird benutzt in der Halbleiterherstellung man braucht es im Rheinräume herzustellen und da fehlt das bereits jetzt schon.

00:14:30: wir sind jetzt schon an einem Punkt wo die großen Unternehmen die Helium liefern in die Welt und verteilen dann Industriekunden dass sie schon eine Triage machen und sagen wir geben einigen Unternehmen nur noch einen gewissen Anteil ab Wir haben nicht mehr genug für alle.

00:14:42: allerdings erfolgt das eben auch nicht nach staatlichen Resilienzgesichtpunkten also wo zum Beispiel im Notfall, bei Stromversorgungsengpässen wie in Deutschland eine klare Regel haben.

00:14:51: Wer bekommt denn dann als letztes noch Strom?

00:14:53: Krankenhäuser gehen als letztens vom Netz und so weiter.

00:14:56: der Privatverbraucher geht als erstes vom Netz.

00:14:58: Dass wir diese Art Ansatz bei solchen kritischen Blütern durch die gesamte Wirtschaft hindurchhaben das ist bei uns noch nicht der Fall und es anderswo auch nicht der fall Systematisch der Fall, dass alle Staaten solche großen Reserven hätten oder groß in Anführungszeichen drei Monate Öl ist bei der aktuellen Krise und der aktuellem Dauer der Krise plötzlich gar nicht mehr so viel für uns.

00:15:20: China hat möglicherweise nach Schätzungen von einigen Experten zehn Monate und mehr an Ölreserven kann also diese Schmerzen sehr viel länger aushalten.

00:15:30: Und dann haben wir aber andere Staaten in der Welt, die gar keine strategischen Reserven haben.

00:15:33: Weder für Öl noch für Gas, die jetzt schon wirklich existenzielle Probleme haben.

00:15:38: und das sind Staaten, die ohnehin fragil sind, die wir als Partnerregion entwickeln von denen wir hoffen dass sie nicht im Einflussbereich von China oder Russland fallen, ja bei jetzt den höchsten Not geraten.

00:15:49: und wenn wir ihnen nicht helfen ist das Chaos was entsteht durch Versorgungsengpässe der Nährboden auf dem sich neue geopolitische Abhängigkeiten schmieden lassen.

00:15:58: Das heißt also, wir müssen jetzt sehr aufmerksam sein was sich da noch alles aus dieser Krise herausentwickelt und vor allem nicht unbedingt bei uns sondern an anderen Stellen die für uns aber auch direkte Konsequenzen haben.

00:16:09: Die Golf starten in Indien wo es einer Nahrungsversorgung fehlt weiteres wichtiges Gut-Büngermittel aus dem Golf fehlen.

00:16:16: im ganzen asiatischen Bereich starten die jetzt eben weil sie diese Reserven nicht haben weil sie die Wirtschaftskraft nicht haben unter den Preissteigerungen unter den Engpästen viel stärker leiden.

00:16:25: Menschen gehen Armut abrutschen Wirtschaften mit ihrer Produktion und ihrer Konsumfähigkeit, die Wettbrechen für uns als Absatzmärkte.

00:16:33: Aber natürlich auch als Märkte für kritisch relevante Rohstoffe.

00:16:36: Kupferproduktion geht runter in Ländern wo kein Strom da ist der aus Öl oder Gas erzeugt wird um Kupfe abzubauen.

00:16:43: das wird sich in unseren Lieferketten auch zeigen.

00:16:45: also all diese Dinge sind bei uns noch nicht zu Ende durchgedacht in den Konsequenzen noch nicht antizipiert Und wir machen uns eigentlich noch gar kein Bild davon was das gerade bedeutet was dafür eine Krise auf uns zurollt.

00:16:55: ich frage mich manchmal auch ist deutschland.

00:16:57: oder sind wir da viel zu naiv?

00:16:58: also fehlen uns think tanks?

00:17:00: oder wird es nicht adressiert, weil wir hatten ja diese thematik in corona lieferketten mit den einfachen fenniggütern masken wie es hier hieß die dann für euros.

00:17:08: gemacht wurden.

00:17:09: Also da war ja dieser erste Schock, wo man einfach mal über Logistik-Überlieferketten richtig nachdenken musste.

00:17:14: Dann kamen in den Überfall auf die Ukraine, wo uns vorgeführt wurde das bei bestimmten Dingen etwas fehlt.

00:17:21: Jetzt der nächste Fall.

00:17:22: lernen wir dann nicht raus.

00:17:23: also du hast China angesprochen.

00:17:24: meines Wissens hatten die ungefähr eine Milliarde Barrel Reserve und versorgen jetzt ja auch scheinbar teilweise nach Interessen auch an reiner Staaten.

00:17:32: Also helfen denen.

00:17:33: viele haben ja auch befürchtet Jetzt, wo dieser Konflikt als zweiter schwählender Krieg läuft.

00:17:39: Dass das China jetzt das Zeitfenster nutzt um sich Taiwan einzuverleiben?

00:17:43: Vielleicht sehen wir es gar nicht militärisch sondern dass man einfach ökonomisch sich dort dran rückt.

00:17:47: und natürlich auch die anderen Länder du sprach es an Die sind natürlich in der Lage die haben genug Ware um jetzt dort zu helfen.

00:17:55: Also ist das vielleicht auch zwei Fragen die sich mir erschließen.

00:17:59: Sehen wir in Folge der Krise einen riesen Umschwenk noch weiter auf Erneuerbare, gerade in Asien.

00:18:04: Und B?

00:18:05: wird der Preis für gewisse Rohstoff nicht länger höher bleiben weil einfach mehr Länder wahrscheinlich hingehen werden und sich eine Sicherheitsreserve wieder anlegen werden.

00:18:14: Also das wäre ja mein natürlicher Reflex zu sagen, okay aus dieser Krise lerne ich.

00:18:18: Das heißt wie meine Oma nach dem Krieg man hatte immer Reserve im Keller was heute auch keiner hat.

00:18:22: also dieses ganze Thema Resilienz und Vorsorge an physischen Gütern.

00:18:27: glaubst du dass das deutlich zunehmen wird?

00:18:31: Ja, das denke ich auch.

00:18:32: Aber übrigens zum Thema China.

00:18:34: China hat ja die Möglichkeit auch im eigenen Land Kohle

00:18:36: z.B.,

00:18:37: zu fördern und zu verstromen und nutzt diese Ressource mit Folgen fürs Klima natürlich aber um dann jetzt andere Reserven also Gas, zu dem es noch Zugang hat für ordentliche Preiseaufschlag an andere bedürftige Staaten zu verkaufen.

00:18:51: Also das ist kein Altruismus der da stattfindet.

00:18:53: Es geht um Machtpolitik, es geht um Einflussferne was geht auch um harten Gewinnen?

00:18:57: Der damit erzielt wird.

00:18:59: Und vielleicht auch ein Punkt, der ist nochmal auf einer anderen Ebene schwerer messbar aber nicht abwegig spielt eine Rolle.

00:19:07: Ist die Frage wie sehr?

00:19:08: Ist die Gesellschaft in der Lage Schmerzen auszuhalten oder ist der Staat mit seinen Repressionsinstrumenten in der Lager eine unruhige Bevölkerung unter Kontrolle zu halten?

00:19:19: Der Iran steht ja bereits voll im Feuer wurde bombardiert, systematisch.

00:19:23: der Staat ist massiv unter Druck gekommen sitzt aber trotzdem fest im Sattel, das Regime kontrolliert den Iran.

00:19:29: Das heißt also durch wirtschaftliche Krise ist die Frage ob damit das System jetzt gestürzt wird oder ob die Repressionsinstrumente des Irans auch ausreichen wie Folgen der Sperrung von Hormuz gut aufzufangen wohingegen bei uns wo wir noch gar nicht angefangen haben die Konsequenzen wirklich mal zu Ende zu denken und zu überlegen dass wir unsere unsere Instrumente frühzeitig und sagen, gut wir subventionieren beispielsweise keinen Konsum mehr sondern sorgen dafür dass jeder Euro den wir jetzt in dieser Krise reinstecken müssen um darauf zu reagieren das der nur in Dinge gesteckt wird die uns auch für die Krise stärken.

00:20:04: Wo wir nicht pauschal Konsumentenpreise abfedern sondern sagen da wo subventioniert wird geht es darum Kapazitäten aufzubauen Dinge zu errichten die uns in der Krise weiterhelfen Und das könnten wir tun Und ab dem Punkt, wo wir das machen verändert sich hier vielleicht auch vieles.

00:20:18: Aber die Frage ist dann wie gehen wir mit dem Unmut einer schmerzenden Bevölkerung um?

00:20:25: und ich glaube dass man das sehr wohl kann.

00:20:26: Man muss dafür aber ehrlich adressieren was eigentlich Sache ist.

00:20:29: also wenn man den Leuten klar sagt woran wir stehen und was auf uns alle zukommt und es dann auch in den Lasten fair verteilt und klare Ziele verfolgt Dann funktioniert das auch.

00:20:38: Aber damit müssen wir eben jetzt aus meiner Sicht dringend anfangen, denn Hormuz zeigt uns einmal mehr dass die Einschläge immer dichter kommen und hier lassen sie sich auch nicht mehr in den Schmerzen einfach abwählern.

00:20:47: Also wir können nicht glauben das wer mit einigen Dämpfungsmaßnahmen über die nächsten Wochen uns auf dieser Krise heraus retten um dann wieder irgendwie mit Business as Usual weiter zu machen sondern das ist jetzt wirklich der Schlag wo wir noch tiefer an dem Punkt kommen.

00:21:00: wir sagen wir müssen vieles unserer Grundsysteme müssen wir überdenken und uns sehr viel resilienter und wehrhafter aufstellen und damit priorisieren.

00:21:08: In der Notlage ist nicht jeder Euro gleich gut an jeder Stelle angelegt und noch nicht jede Stunde Arbeit ist gleich gut in jeder Stelle eingelegt.

00:21:15: Was übrigens eine Brücke ist zum Thema Wehrdienst!

00:21:18: Das heißt also, wenn wir als Gesellschaft sagen in der höchsten Not verlangen wir von unseren Menschen bisher leider eben nur von den jungen Männern.

00:21:25: Aber verlangen Wir einen Dienst mit eigener Zeit, eigenem Engagement für die Sicherheit des Landes und zwar dafür primär.

00:21:32: da sehen wir viel mehr Wert als im vielen anderen Bereichen.

00:21:35: es gibt Ausnahmen für andere Aufgaben Die ebenfalls besonders wichtig sind Feuerwehrpolizei THW Seefahrt.

00:21:41: Werdienst auf See tut, wer also in der Handelsschifffahrt fährt macht etwas anderes was auch für die Gesellschaft überlebenswichtig ist.

00:21:48: Also macht er kein Wehrdienst.

00:21:49: das sind alles Dinge die wir jetzt dringend aktivieren müssen auch als Signal in die Bevölkerung dass es eben nicht gleichgültig ist für uns als Gesellschaft was jeder mit seiner Zeit und seinem Geld macht und auch nicht wir als Gesamtgesellschaft mit unserem Geld und unserer Zeit machen.

00:22:03: Und wer alles macht oder wenn ich alles priorisiere sozusagen dann ist am Ende nichts wichtig.

00:22:08: Wir müssen uns jetzt auf die Dinge konzentrieren, die wirklich überlebenswichtig sind und dafür eben auch eine ganze Reihe Dinge hinten anstellen, die wir dann so lange erst mal nicht machen.

00:22:16: Du sagst es in einem Lebensatz das was auf uns zukommt?

00:22:19: Was kommt denn auf uns zu?

00:22:22: Ja, wir sehen ja genau.

00:22:24: also wir sehen mit spätestens mit der Vollinvasion in die Ukraine dass Russland aktiv aggressiv Krieg führt in Europa militärische Mittel zur Erfüllung zur Erreichung politischer Zwecken nutzt und auch eindeutig durch sein Verhalten klar macht, dass es sich auch gegen uns richtet.

00:22:41: Es ist nicht ausgemacht das Russland uns direkt angreift aber es ist leider eben auch nicht ausgeschlossen.

00:22:46: Das heißt wir müssen damit leben mit der Möglichkeit die jetzt so akut ist wie im Grunde seit vielen Jahrzehnten nicht mehr, dass Russland möglicherweise die NATO die EU mit militärischen Mitteln angreift und auch ganz klar es kann sein, dass ab Tag eins eines solchen Angriffes Deutschland voll im Ziel eines solchen Krieges werden also mit weitreichenden Waffen.

00:23:08: Wir sind so ein zentraler Akteur in Europa, in der Weltwirtschaft und in der NATO.

00:23:12: Uns wird man nicht aussparen.

00:23:14: Im Gegenteil, uns wird man sogar primär zum Ziel

00:23:16: machen.".

00:23:17: Das heißt, uns geht das an was da passiert mit Russland?

00:23:21: Russland agiert aber nicht alleine!

00:23:22: Wir sehen am Ukrainekrieg dass es sehr früh Unterstützung durch den Iran erhalten hat, Unterstützung durch China erhalten hat.

00:23:28: ohne die chinesische Unterstützung könnte Russland keinen Krieg mehr führen Und mit dem Angriff der Amerikaner und der Israelis auf den Iran gingen erst mal die Drohnenangriffe der Russen in der Ukraine zurück, weil die iranischen Drohne fehlten.

00:23:40: Und jetzt umgekehrt braucht er Iran und bekommt sie.

00:23:43: Unterstützung aus Russland, Unterstützung aus China – Mit Zieldaten.

00:23:47: wo kann man wie angreifen?

00:23:48: Mit Technologien wirtschaftlich wenn das Regime wird gestützt.

00:23:52: also dass ist alles eine Gesamtkooperation die sich gegen die bestehende Weltordnung richtet.

00:24:00: System da draußen, sondern es ist das von dem wir Teil sind.

00:24:04: Wo Deutschland von den Werten her aber auch von unserer Wirtschaft tief verankert ist.

00:24:07: Das ist das was uns über Jahrzehnte getragen hat.

00:24:09: Was uns mit offenen Armen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgenommen und den Aufschwung ermöglicht hat.

00:24:15: Das heißt, all das was uns als Gesellschaft trägt in der Welt die Situationen, in denen wir uns befinden von völkerrechtlichen Rahmenbedingungen über wirtschaftliche Rahmenbedingerung über eben auch unseren Werten gemäßes Zuhause in einer Weltgemeinschaft steht unter Beschuss und ist in höchster Gefahr.

00:24:37: Und zwar durch Russland, durch China, durch den Iran und durch Nordkorea, die immer mehr zusammen kooperieren – und das zeigt sich auch im persischen Golf.

00:24:46: Das betrifft uns unmittelbar!

00:24:48: Du hast vorhin auch gesagt, wie wichtig die Seewege sind.

00:24:51: Dass wir die Knotenpunkte sehen und dass sie Ausschlag geben sind um wenn die eigentlich sichern müssen.

00:24:56: jetzt haben ja gesehen das die USA auch in Dubai und Katar und überall positioniert ist aber auch die hatten ja keine wirkliche Sicherheit dieser Sehwege wie wir es jetzt sehen.

00:25:05: es wurde kontrolliert vom Iran so und jetzt stehen wir da und alles ist im Prinzip blockiert.

00:25:09: kann man diese sehweige und Knottenpunkte überhaupt richtig sichern?

00:25:13: lohnt sich die Investments darin dieser seh wege und knoten Punkte zu sichern?

00:25:18: Ja Die lohnen sich diesen Investments, denn die sind überlebenswichtig.

00:25:23: Wir kommen ohne nicht aus!

00:25:24: Ich kann das mehr nicht abschreiben, ich kann diese Seewege nicht abscheiben.

00:25:29: und also weil wir schlicht das Volumen nirgendwo andersherbekommen unsere Gesellschaft ist nicht durchhaltefähig.

00:25:35: Wir sind nach wenigen Wochen ohne Seehandel sind wir völlig handlungsunfähig dann gehen bei uns auch die Lichter aus.

00:25:42: Das heißt also, wir müssen uns darüber Gedanken machen.

00:25:45: Aber was richtig ist unter dem Friedensmodus, in dem wir in den letzten dreißig Jahren funktioniert haben und auch davor weitgehend funktioniert haben wird es nicht weiter laufen können.

00:25:57: Denn das, was gerade im persischen Golf passiert, ist etwas, was diesen Frieden-Modus außer Kraft setzt.

00:26:04: Also Frieden in der Handelsschiffe bedeutet dass Der Kapitän hat zuallererst die Verantwortung für das Leben seiner Besatzung.

00:26:10: Dann hat er Homeweltschäden zu vermeiden, die aus seinen Handlungen erfolgen.

00:26:13: und dann als letztes kommt erst Sachpfaden an seinem Schiff und auf seiner Liste steht im Grunde nirgendwo die Versorgungssicherheit der Gesellschaften.

00:26:23: Das ist ein kommerzieller Akteur, der Handelsschiffkapitän und die Rederei.

00:26:26: Die müssen Gewinn erzielen dürfen aber bestimmte Regeln nicht verletzen müssen auf Sicherheit achten.

00:26:31: Aber es geht jetzt nicht darum dass sie einen gesellschaftlichen Auftrag haben die Versorgung in Deutschland oder Europasicher zu stellen.

00:26:39: Aber dieser Auftrag spielt eine riesengroße Rolle.

00:26:41: Der schwingt mit und bei vielen der traditionellen Räder schwingen auch mit Und in der alten Sicherstellungslogik unserer Bundesrepublik Deutschland wird das abverlangt.

00:26:51: von geht an, dass sie ihre Schiffe dann dem Staat zur Verfügung stellen.

00:26:55: Das ist bloß nicht mehr geschärft.

00:26:56: Diese Instrumente sind nicht mehr aktualisiert.

00:26:59: Das müssen wir aber dringend tun und wir müssen für eine Situation wie im persischen Golf auch Verfahren haben wo wir sagen das lässt man nicht mehr in der Hand von zivilen Akteuren wenn wir wissen die Risiken für die Schifffahrt sind groß.

00:27:10: es lässt sich nicht ausschließen dass Schiffe getroffen werden vom Marschelkörpern Drohnen oder eben auch auf Minen laufen Aber wir müssen trotzdem fahren weil wir ohne deren Fracht nicht existieren können.

00:27:19: Dann müssen die nicht mehr von Zivilisten gefahren werden und dann müssen die auch nicht mehr von Rädern verantwortet und von zivilen Versicherungen versichert werden.

00:27:27: Also dafür gibt es Wege, die sind für den Verteidigungsfall gedacht, die müssen wir jetzt dringend schärfen und müssen im Idealfall so anpassen dass wir sie in bestimmten Situationen flexibler nutzen können.

00:27:36: aber das Problem was wir dann haben ist, dass früher als diese Instrumente entwickelt wurden Schiffe unter Beine wegen deutscher Flagge fuhren überwiegend deutsche Besatzung hatten und im Eigentum deutscher Räder waren.

00:27:46: da kann ich als deutscher Staat ganz anders darauf zugreifen als wenn ich jetzt eine Situation habe, wo das Schiff zwar eine Drehmarräderei oder eine Hamburger Räderei gehört aber über eine Briefkastenfirma in Panama registriert ist die Flagge von diesem Staat führt und ne Besatzung aus den Philippinen hat.

00:28:02: Panama schuldet uns keine Unterstützung im Verteidigungsfall.

00:28:05: Vielleicht machen die da freundlicherweise ein Gegenkommen, die Besatzung aus den Philippinen auch nicht.

00:28:10: Die kann man vielleicht überzeugend Dinge zu tun, vielleicht aber auch nicht.

00:28:14: und wenn man auf dem Weltmarkt Leute finden muss, die uns in höchster Not versorgen dann ist das in aller Regel extrem teuer.

00:28:20: Und dafür haben wir auf Dauer auch nicht die Ressourcen um unsere kritische Versorgungen in die Hände von denenjenigen zu legen, die das nur aus blanker Profitgier machen.

00:28:28: Das heißt, wir brauchen hier ein System wo wir handelschiffert wieder stärker an die nationalen Interessen koppeln und damit auch in die nationale Sicherheit nehmen.

00:28:36: Und dann auch den entsprechenden Schutz so wie können bereitstellen.

00:28:39: Und nochmal auf dem Punkt zurückzukommen gibt es denn die Möglichkeit diese Seewege und Knotenpunkte zu kontrollieren?

00:28:45: Du hast jetzt drüber gesprochen deutsche Besatzung vielleicht dass man das Militär auch involviert aber kann man diese Knotepunkte auch sichern und kontrollieren?

00:28:54: Also es ist nach dem alten Muster nicht wieder zurückzuholen, da bin ich mir ziemlich sicher.

00:28:57: Wir kriegen jetzt nicht über Nacht so viele Seeleute her aus Deutschland und Europa dass wir die europäische Versorgung darüber sicherstellen können.

00:29:05: also wir könnten wenn wir an den Standards anpassen und sagen gut wir brauchen jetzt hier nicht mehr die normalen Zertifikate.

00:29:10: wie in Friedenszeiten kann man sicherlich eine Menge machen.

00:29:12: aber am Ende des Tages reden wir, wenn wir über ganz Europa sprechen Krisenversorgung und Verteidigungsfall das ist alles noch gar nicht genau ausdifferenziert.

00:29:18: Aber Wenn wir das nur über einen Daumen peilen dann reden wir über zwei tausend Schiffe wie nix anderes mehr machen als Europa zu versorgen auf den wichtigsten Routen mit dem wichtigsten Gütern.

00:29:28: Dann lasse ich schon eine ganze Menge Transporte weg, die vor allem dem Konsum dieten in Friedenszeiten aber auf kritische Versorgung gemünzt dann bin ich bei mindestens zweitausend Schiffen und dafür brauche ich Besatzungen.

00:29:38: wenn ich jetzt rechne fünfzehn Leute pro Schiff dann habe ich ne Zahl von Seeleuten, die ich in Europa aktuell nicht hab.

00:29:45: Die muss ich also aufbauen.

00:29:46: Vielleicht gibt es aber ja auch technische Möglichkeiten, die ich nutzen kann um hier dieses Problem aufzufangen und da wäre viel denkbar.

00:29:55: das kann ich aber auch nicht zu Friedensregeln sondern da muss ich letztlich an andere Systeme ran.

00:30:00: Da sind wir als Firma zum Beispiel aktiv mit unseren technischen Entwicklungen, technischen Lösungen und mit unserem Kooperationspartnern hier Wege zu finden.

00:30:08: Genauso geht es auch um die Überwachung von Seewegen, das was so angesprochen hat ist.

00:30:12: Wie kann ich überhaupt wissen dass da etwas passiert?

00:30:15: Dazu brauche ich Sensoren vor Ort!

00:30:17: Ich brauche Präsenz vor Ort.

00:30:18: Das wiederum kann nicht nur mit Drohnen aus der Luft machen oder mit Satellitenüberwachungen sondern ich brauche Dinge die vor Ort sichtbar sind und das sollten im Idealfall auch nicht nur unbemannte Systeme sein.

00:30:28: Kriegsschiffe haben eine starke diplomatische Signalwirkung.

00:30:31: sie können Kooperationen ganz anders unterfüttern als das ich sage mal ein vorbei fliegendes Flugzeug oder einen Satellitensbild machen kann.

00:30:38: Und wenn ich aber möchte, dass ich da auch handlungsfähig bin gegen Angriffe wie sie der Iran ausführt.

00:30:44: Wie Sie die Houthis ausführen oder wie sie Russland gegen die Ukraine ausfühlt dann muss sich noch sehr viel konsequenter und sehr viel mehr Geld in diese Wege stecken, die wir in Deutschland und Europa haben.

00:30:56: Technologien, die Drohnen abwehr können Aber die aktuell nur sehr wenig vom Gesamtbudget abbekommen.

00:31:01: Da muss man hin um bestehende Technik zu ertichtigen aktuelle Kriegsschiffe mit systematischer Drohnenabwehr auszustatten, aber eben auch globaleinsetzbare Drohnensysteme zu haben die auch losgelöst von unseren Kriegschiffen irgendwo Handelschiffen schützen können.

00:31:16: Wir brauchen Systeme die querengelenkt autonom mit Minen umgehen können denn das zeigt ja auch die Straße von Hormuz wie man weiß genau ob und wie viele Minen der Iran gelegt hat.

00:31:28: es ist sehr wahrscheinlich dass er sie gelegt hatte.

00:31:30: allein die Information reicht um den Handel zu lähmen.

00:31:33: kein Handelsschiff kann dieses Ritiko eingehen Und so eine Pressemitteilung könnten aber auch die Hutis raushauen.

00:31:39: Oder irgendeine fiktiv erfundene Terrorgruppe für einen der wichtigen Seewege hier in Europa und sagen, wir haben die Elbe vermient.

00:31:46: Das muss erstmal wieder jemand klären dass das nicht so ist.

00:31:50: Das heißt also, dass das erfordert Aufwand und nach dem klassischen Muster mit Minjagboten der Marine dauert das zu lange als dass wir da jedes Mal wieder Sicherheit herkriegen.

00:31:59: Das heißt, wir müssen dafür auch technische Lösungen vorantreiben die es gibt aber die bisher nicht in den Streitkräften ausgerollt sind in der Intensität wie wir sie brauchen.

00:32:07: Ich glaube ein Hauptpunkt den wir gelernt haben im letzten Monat ist ja auch dieses Thema Asymmetrie.

00:32:11: Also hatten früher hat man gesagt Wir stellen jetzt hier Panzer her und sind die übermacht.

00:32:15: Und die Kriegsführung hat sich ja komplett verändert, einfach autonome Systeme und dass wir diese Asymetrie haben.

00:32:20: Ich habe irgendeine Drohne, die kostet in der Produktion zwanzig dreißig fünfzigtausend Dollar.

00:32:24: Die wird dann abgefangen mit einer Rakete den Millionen oder was kostet.

00:32:27: also das ist auch eine Frage der Leistungsfähigkeit.

00:32:29: kann ich mir diesen Abwehr eigentlich leisten?

00:32:31: Also ah!

00:32:31: Die Produktionen, diese Sachen wiederherzustellen, die brauchen da wieder irgendwelche Rohstoffe, die man vielleicht im Moment auch nicht bekommt.

00:32:37: aber es ist ein Punkt wo wir auch sehen dass wir einfach andere Mittel zur Verteidigung brauchen.

00:32:42: Du sprachst es an vielleicht mobile Abwehrsysteme für Drohnen, vielleicht auch Laser oder was?

00:32:46: Aber ist das nicht etwas wo man auch vielleicht so ein bisschen den letzten Krieg gekämpft hat?

00:32:52: Also wenn ich mir in der Presse das Anhöre, Rheinmetall kriege irgendwelche Subventionen und da werden Panzer hergestellt, wo ich mich denke brauche ich die überhaupt noch?

00:32:58: Braue ich nicht andere Dinge weil Krieg heute anders geführt wird als vor zehn, fünfzehn Jahren.

00:33:05: Ja also Es ist am Ende so, dass wir auch noch Panzer brauchen werden Und wir werden auch U-Boote und große Kriegschiffe brauchen.

00:33:13: Und U-Booten baut man nicht mit einem Startup, das heißt also es ist schon sinnvoll diese großen Akteure zu haben.

00:33:19: aber worüber ich vor allem mir Sorgen mache ist dass wir ein Missverhältnis haben und zwar aufgrund der Strukturen.

00:33:24: schlicht da sind viele Arbeitskräfte die da dranhängen das ist viel etablierter Industrie mit Zuliefererketten dabei und es entsteht eine große Verlockung sagen wir mal Budgets in diesen bestehenden Kanäle zu geben Weil der erste Sehmann steht und sagt, verspricht er noch vollmundig?

00:33:38: Ich setze das um.

00:33:41: Das ist auch offen ob das überhaupt gelingt in der Zeit, in der Qualität wie das versprochen wird durch die bestehende Industrie diese Budgets auch in Fähigkeiten zu übersetzen.

00:33:49: Und im Grunde geben wir uns bei den Plänen die dabei versprochen werden auch mit sehr wenig Zufrieden.

00:33:54: Wir kriegen neue Fähigkeiten, aber erst mit sehr viel zeitlichem Vorlauf.

00:33:58: Weil wir das nach dem Friedensmuster tun.

00:34:01: Wir haben nicht die Prozesse angepasst in dem Maße wie wir das hätten tun müssen oder wie wir unter Verteidigungsbedingungen tun würden.

00:34:10: Aber wir haben immer noch Genehmigungsprozesse, Planungsprozesse die sehr lange Zeit brauchen.

00:34:15: Vieles hat sich beschleunigt vieles ist besser geworden seit Beginn der volle Invasion in der Ukraine.

00:34:19: Wir sind heute schneller.

00:34:20: wir schaffen es teilweise auch innerhalb von sechs Monaten neue Systeme in die Streitkräfte einzuführen hier in Deutschland.

00:34:26: aber die Ukraine schafft es innerhalb von zwei bis drei Wochen neue Änderungen in den bestellten Technologien zu implementieren und das ist der Rhythmus indem sich das auf dem Schlachtfeld entspint.

00:34:36: Das heißt, wir müssen letztlich auch dahin kommen.

00:34:38: Sechs Monate für Teile unserer Beschaffung ist schon mal besser als das was wir vorher hatten.

00:34:43: aber wir müssen auch ehrlich und offen sagen dass große Kriegschiffprojekte immer noch mit einer hohen Wahrscheinlichkeit eher zehn Jahre brauchen als sechs Monate.

00:34:50: Sechst Monate sind natürlich völlig unrealistisch.

00:34:53: Und wenn wir es jetzt schaffen, in den aktuellen Projekten Mekow-Zwohundertfregatten die wir schafft werden sollen als sozusagen um die Lücke zu füllen durch das gescheiterte Fregatteprojekt Hundertsechsundzwanzig bei Damen Rückkehr nach Deutschland.

00:35:05: Wenn das passiert dann würde es möglicherweise steht es im Raume dass wir innerhalb von zwei bis drei Jahren oder innerhalb von drei Jahren Kriegsschiffe bekommen, die sozusagen eher nach dem nach dem Muster laufend commercial off the shelf.

00:35:18: aber das ist ja eben auch noch offen ob das gelingt, aber das wäre im Schritt in die richtige Richtung.

00:35:24: Aber das muss flankiert werden diese klassische große Rüstungsbeschaffung wenn man so will durch Fokus auf kleine Dinge oder auf technische innovative Lösungen keine perfekten Systeme.

00:35:36: Achtzig Prozentlösungen die schnell ins System kommen vom Hersteller gut genug versprochen sind, als dass man sie annimmt ausprobiert.

00:35:44: Wenn Sie funktionieren mehr davon bestellt und dann gemeinsam weiterentwickelt um dann zu sagen wenn ich mit etwas anfange was schon mal in die richtige Richtung geht mit Leuten die bereit sind mit mir gemeinsam weiterzuentwickeln Dann habe ich mit einer hohen Wahrscheinlichkeit in einem Jahr zwei in drei diese Systeme die ich brauche.

00:35:59: vor allem kann Ich das dann auch schneller hoch skalieren.

00:36:02: also Das ist der Ansatz den Startups sozusagen in der Wirtschaft ja wählen.

00:36:05: Den Brauch ich im Defense Bereich noch viel mehr und nicht nur mit kleinen Prozentbereichen des Verteidigungsbudgets, sondern da reden wir eher über ein Drittel des Gesamtbudgets was in solche Initiativen fließen muss.

00:36:15: Ist die Friedenszeit denn für Deutschland auch jetzt vorbei?

00:36:19: Ja ganz klar!

00:36:23: Und das merken wir auf dem Meer noch einmal mehr.

00:36:26: wenn sie mit Leuten reden, die im Cyber-Sicherheitsbereich unterwegs sind, die sagen einem das seit zehn Jahren.

00:36:31: und wenn wir das jetzt aufs Maritime übertragen ist dieser Frieden seit vier Jahren vorbei Mit Beginn der Vollinversion in der Ukraine, leichter Zeitverzögerung.

00:36:41: Spätestens mit dem Knalleffekt der Angriffe auf die Nord Stream Pipelines im September-II ist das vorbei.

00:36:50: aber wir haben dass weil das mehr für die meisten Menschen in Deutschland doch recht weit weg ist glaube ich noch nicht voll voll akzeptiert und erkannt, was das für uns bedeutet.

00:37:00: Und es ist noch dichter an unserer Realität als die Cyberangriffe sind.

00:37:03: Es ist eine weitere Facette, die uns sehr stark immer mehr in unseren Lebensgrundlagen einschränkt.

00:37:10: All das zusammen bedroht uns bis tief in die Lebenswirklichkeit aller Menschen hinein.

00:37:14: Das ist nicht nur etwas, was die Häfen oder Schifffahrt betrifft Oder einzelne exportorientierte Unternehmen.

00:37:21: Ich glaube, ein Punkt ist was du sagst das mehr ist sehr weit weg für viele und dass die folgen vielleicht auch hier.

00:37:26: natürlich ärger man sich über einen gestringenen Spritpreis beim tanken aber das ist ja am ende.

00:37:31: wenn ich tausend Kilometer im Monat war sind das vielleicht fünfzig sechzig Euro unterschied.

00:37:35: Das heißt es tut zwar weh aber das is nicht in der vom lebensbedrohlich hat es in der letzten Folge gesagt zu olie.

00:37:40: Wenn ich überlege in Corona haben die Leute Klopapier gehortert und ich wundere mich dass jetzt noch Benzinkantist dazu kaufen gibt denn.

00:37:47: den Diesel oder das Benzin zu harten, wäre doch in meinen Augen viel sinnvoller als eine Klopapirole.

00:37:51: Aber dass einmal dahingestellt ist vielleicht gut, dass es nicht so ist aber was sind deine... also hast du Szenarien?

00:37:56: Ich sage mal aus dem Gespräch hört man schon raus, dass diese Normalität die wir vorher kannten oder was für uns eine Normalität war, nicht so schnell wieder hergestellt wird, aber gibt es Szenarin?

00:38:05: Also wie lange dauert es bis die Straße wieder komplett aufmacht?

00:38:09: oder was sind... Gibt's von dir zwei drei Szenariens womit man umgehen muss können muss oder was für Möglichkeiten gibt es?

00:38:19: Oder was wäre dein Bestcase-Szenario, das noch eintreffen kann.

00:38:24: Also das Bestcase scenario für Hormus wäre ja dass man sich während wir hier sprechen auf einen Friedensdeal einigt und der Friedenstil müsste so sein, dass wirklich der Iran jegliche Restkontrolle über Hormuz aufgibt damit er überhaupt als Friedensdeal zählt.

00:38:39: Das heißt also keinerlei Schutzgeldsystematik keine Kontrolle mehr über die Schifffahrt.

00:38:44: Dann bleibt aber, wenn heute der Stichtag wäre wo Hormus wieder frei und offen ist.

00:38:48: Und wir zurückkehren zum Frieden-Vorkriegszustand sozusagen haben wir immer noch die Gefahr von Minen dort.

00:38:54: dann müssten schnellstmöglich durch Minenräumung müsste sichergestellt sein okay wie da kann sicher wieder Handelsschiff hat stattfinden.

00:39:01: das würde schon an sich Wochen dauern bis man so einen minenfreien Kanal hat.

00:39:06: reden wir vielleicht schnell über zwei Monate vielleicht schneller sechs Wochen das könnte vielleicht denkbar sein Aber dann würde ab dem Punkt, wo so langsam der Verkehr wieder aufnimmt.

00:39:18: kommen ja die Verzögerungen in der Lieferkette, die jetzt schon entstanden sind zum Tragen.

00:39:21: Das heißt also, die Schiffe, die fest sitzen, sind nicht nur einfach Schiffe mit Fracht, die erst mal wieder irgendwo hinkommen müssen, sondern sie sind Teil eines globalen Gesamtsystems.

00:39:29: Schiffe müssten ja irgendwo mit der einen Fracht losfahren, müssen wieder zurückkommen und neue Fracht aufnehmen, nehmen an anderer Stelle bestimmte Funktionen wahr.

00:39:37: es hängen Lieferketten dahinter Es hängen ganze Volkswirtschaften mit ihren Fertigungskapazitäten dran, die möglicherweise jetzt runtergefahren sind Produktionskapazitäten im Golf aus Sicherheitsgründen, dass sie bei Beschuss nicht so große Schäden entstehen oder schlichtbei ihre Pracht nicht abgeholt werden kann.

00:39:52: Also um das alles wieder anlaufen zu lassen in der optimistischsten Betrachtung – das was man hört von jeweiligen Bromgenexperten aus den aus der Öl- und Gasförderungen aus anderen Bereichen Helium

00:40:02: etc.,

00:40:03: reden wir über ein halbes Jahr oder möglicherweise sogar noch länger an Folgeeffekten.

00:40:07: die New York Times sprach zuletzt davon.

00:40:09: die volkswirtschaftlichen Folgen In Asien vor allem durch die Knappheit an Öl und Gas sind heute schon so, dass man möglicherweise erst in zwei Jahren wieder eine Rückkehr zur Normalität hätte.

00:40:19: Das heißt wenn heute der unwahrscheinlichste Best Case einträhte, man feinigt sich auf Frieden in der Straße von Hormuz mit voller Freigabe für die Schifffahrt.

00:40:29: reden wir über ein halbes Jahr für die ersten groben Effekte und zwei Jahre bis sie wieder zur normalität zurückgekehrt sind.

00:40:37: aber ich sehe gar keine Perspekt Ich sehe gar keine Perspektive, dass wir diesen Frieden in Hormus sehen und dass wir den absehbar bekommen.

00:40:45: Was ist denn das realistische Szenario?

00:40:49: Also was realistischer Szenario für mich ist, dass es erstmal bei dieser Unsicherheit bleibt, dass man sich nicht einig, dass mal wieder Phasen gibt indem man sagt okay das ist ein Deal oder das ist nur für einen Teil des iranischen Regimes ein Deal.

00:41:04: die zivile Regierung sagt Ja, wir Einigungsabirgendwas.

00:41:07: Die Revolutionsgaden schießen aber weiter so wie es zweimal erlebt haben.

00:41:10: die Straße ist offen gleichzeitig wird per Funk verkündet.

00:41:12: wer hier durchfährt muss nur mit uns reden und wer sich nicht daran hält wird beschossen.

00:41:16: das haben wir jetzt zweimal gehabt.

00:41:18: das heißt Die Wahrscheinlichkeit ist, wir werden Unsicherheit behalten.

00:41:22: Es werden weiter Schiffe festsitzen.

00:41:24: Wir werden nicht zurückkehren zu dem Frachtaufkommen vor dem Krieg.

00:41:27: Hundertdreißig Schiffspassagen am Tag.

00:41:30: Da können selbst amerikanische Erfolgsmeldungen von ein oder zwei geleiteten Schiffen durch die Straße von Hormus das nicht ansatzweise auffangen.

00:41:36: Das heißt also wir werden diese Unsicherheiten als realistisches Szenario behalten und damit alle Folgeeffekte in der Weltwirtschaft noch multiplizieren.

00:41:44: mit jeder Woche wo es gesperrt ist treten drei sechs Wochen Folgeeffekt.

00:41:49: Das heißt also, jeder Monat, den es länger läuft ist ein halbes Jahr möglicherweise an zusätzlichen Folgen die wir in der Weltwirtschaft erleben.

00:41:57: Aber das Worstcase-Szenario ist auch eines was für mich sogar wahrscheinlicher ist als das Best Case-Scenario.

00:42:05: Denn wenn der Iran eine Restkontrolle über die Straße von Hormuz behält, das was wir hier als Folgen an der Tankstelle erleben ist existenziell höchst bedrohlich für die Golfstaaten.

00:42:14: Ist höchest bedrohl'ig für Indien und viele andere Staaten.

00:42:19: Es ist also gar nicht unwahrscheinlich dass entweder die Amerikaner oder die Israelis gemeinsam oder aber andere Staate so sehr die Geduld verlieren, dass sie den Iran aktiv angreifen wieder Oder dass aus einer solchen Auseinandersetzung über Geleitfahrten eine scharfe direkte, komplette volle militärische Eskalation wieder entsteht.

00:42:38: Denn es könnte ja auch sein dass einer der Golfstaaten sagt ich nehme sowie die Muster wie eben beschrieben Handelsschiffe unter meine nationale Flagge und lasse die da durchfahren weil das für mich existenziell relevant ist.

00:42:48: Ich nehme Folgen im Kauf Und Der Iran steht dann vor der Entscheidung seine Blockade weiter durchzusetzen indem er auf diese Schiffe schießt oder aber das geschehen zu lassen und damit seine blockade aufzugeben und Die Gefahr ist dann groß dass dieses dieser Beschuss stattfindet Und dann könnte das weitereskalieren.

00:43:06: Oder wenn die Golf-Staaten kommen an den Punkt zu sagen, dass letzte Szenario vor dem das Regime tatsächlich noch Angst hat in Tehran und die einzige Chance, die Hand an unserer Gurgel abzuschlagen ist der Regimenchange, dass wir also eine volle Eskalationen einen Krieg im Iran sehen könnten.

00:43:21: Also das Worstcase-Szenario macht die Lage am Golf sogar nochmal schlimmer kurzzeitig bevor sie dann irgendwann wieder besser werden kann.

00:43:29: Wir müssen uns hier in Europa in jedem Fall, in jedem der drei Szenarien auf sehr viel mehr Schmerzen einstellen, und zwar dauerhafte.

00:43:37: Im günstigsten Fallen halbes Jahr in der Intensität in der wir es jetzt haben plus noch viel mehr Fallout-Folgeeffekte für unsere Wirtschaft.

00:43:45: Und dann müssen wir aber in allen anderen Szenarien davon ausgehen dass das sogar noch schlimmer wird.

00:43:49: Also jeden Tag den wir verstreichen lassen wo wir nicht unsere knappen Ressourcen In die Themen stecken die uns morgen stärker machen ist ein gefährlich vergebener Tag.

00:43:58: Das ist alles etwas Ernüchtert natürlich, aber wir müssen uns der Realität natürlich stellen.

00:44:05: Was wäre dein, also wir sind ja auch ein Investment-Podcast?

00:44:07: Wie kann ich vielleicht wenigstens ökonomisch diese Folgen abfedern?

00:44:10: Also hast du irgendeinen Ratschlag an unsere Zuschauer und Zuhörer wie man sich vielleicht positionieren kann um da einen Schaden irgendwo aufzufangen oder wirtschaftlich zumindest dem was entgegenzusetzen im Portfolio?

00:44:22: handelst du da irgendwo für dich selber?

00:44:25: Ja, also ich glaube der allererste Schritt ist dass wir ehrlich die Situation der Realitäten ins Auge blicken.

00:44:30: Und wenn wir das tun Dann können wir unsere unglaublichen Kraftreserven aktivieren.

00:44:34: Das haben wir bisher noch gar nicht getan!

00:44:36: Wenn unsere Bevölkerung wirklich erkennt, dass das das Ziel ist was wir gemeinsam verfolgen und nicht lauter möglicherweise widersprüchliche Ziele gleichzeitig.

00:44:44: Sondern dieses eine Ziel Resilienz und Wehrhaftigkeit alle anderen erst mal für ne ganze Zeit lang ausstechen muss damit unser Staat handlungsfähig ist um überhaupt andere Ziele irgendwann morgen übermorgen oder war noch immer verfolgt zu können.

00:44:55: wenn wir das gemeinsam machen dann mobilisieren wir so viele Kraft beserven und Ressourcen an Innovationskraft an Pfaffenskraft die da sind im Land.

00:45:05: Wir haben tolle Technologien, wir haben unheimlich tolle Leute.

00:45:07: Wir haben kluge Köpfe!

00:45:08: Wir haben ein Europa was gemeinsam an einem Strand ziehen kann aber eben oft auch die Richtung vermissen lässt weil diese Richtung wenn wir die erst mal haben dann kriegen wir so viel bewegt.

00:45:18: Und wenn ich jetzt in meinem Expertise-Bereich speziell noch mal fokussiere und sage, wir gehen in den Maritime Bereich rein.

00:45:25: In den neunziger Jahren nach Ende des Kalten Krieges das wiedervereinigte Deutschland hat als Glücksfall einen norddeutschen Bundeskanzler bekommen.

00:45:31: Das kann ja bei Wahlen auch immer mal so oder so ausfallen.

00:45:34: In dem Fall war es ein Norddeutscher Bundeskantler der wusste was Schifffahrt für eine Bedeutung hatte im einundzwanzigsten Jahrhundert und hat die Reserven die Kraftressourcen des Landes in einem hohen Maße auf maritime Wirtschaft fokassiert Einer Legislaturperiode vom Platz thirty- oder sechsundzeig der Weltschifffahrts-Ranliste auf Platz drei hochgeschossen.

00:45:52: Und wir sind bis heute auf Platz sechs der Welt.

00:45:54: Schiffwärtsnationen!

00:45:56: Da sind Arbeitsplätze dahinter, da ist Wettbewerbsfähigkeit dahinter.

00:45:58: Innovationskraft dahinter – Lieferketten.

00:46:00: Jeder Arbeitsplatz im Schiffbau schafft zwischen sieben bis zehn Arbeitsplätzen in Lieferketten und zwar in Deutschland, Europa.

00:46:06: Das heißt wir könnten uns auf sowas konzentrieren, fokussieren dafür Geld ausgeben.

00:46:10: das brauchen wir.

00:46:11: Das ist bitter nötig!

00:46:12: Wir kennen übrigens auch wenn wir neue Schiffe bauen die Effizienzgedanken die dahinter stehen können teilweise Spritersparnisse von dreißig Prozent nach sich ziehen.

00:46:20: also auch Nachhaltigkeit mitdenken.

00:46:23: Wir würden für die zukünftigen Generationen nicht nur Sicherheit schaffen, unsere Werte und unsere Demokratie verteidigen und resilienter aufstellen.

00:46:30: Sondern wir schaffen auch Technologien, die uns mit den Klimafolgen- und Klimawandel noch viel besser umgehen

00:46:35: lassen.".

00:46:36: Also all das könnten wir jetzt tun!

00:46:38: Müssen wir aber eben auch machen unter der klaren Bedrohungslage, unter der wir stehen?

00:46:44: Unser Podcast heißt ja nicht umsonst die Message und im Anbetracht der Zeit glaube ich sollten wir jetzt kurz zum Schluss auch nochmal darüber sprechen was ist denn jetzt deinem Message zur aktuellen Lage für alle Zuhörer.

00:47:02: Die Losung ist, unter der wir unsere Gesellschaften jetzt aufstellen müssen.

00:47:23: Dann folgen daraus ganz viele Dinge bis ins private Leben hinein.

00:47:26: Bisschen berufliche Entscheidungen hinein, bis in die Umsetzung in Unternehmen, bis an Investitionsentscheidungen hineinein.

00:47:33: und als positiver Punkt am Ende auch ich erlebe ja genau das aus meinem Alltag in meinem Unternehmen aber eben auch übrigens mit vielen jungen Leuten die auch genau an diesen Zielen arbeiten erlebe ich das aber auch von Investoren, von Leuten in der bestehenden traditionellen Industrie bis in die Forschung.

00:47:48: Bis in die Politik!

00:47:49: Das heißt wir haben ganz viel davon.

00:47:51: Aber es muss gemeinsam angepackt werden.

00:47:54: Meine größte Sorge gilt uns selbst dass wir die Flinte ins Korn werfen, dass wir an der Wahl ohne unsere Demokratien begraben nicht nur in Deutschland sondern auch in anderen europäischen Staaten statt zu erkennen dass wir jetzt hier so gefragt sind wie lange den letzten Jahrzehnten die Generation vor uns nicht mehr.

00:48:11: Wir müssen jetzt zeigen, was wir drauf haben und das können wir auch.

00:48:15: Das sind ermutigende Worte.

00:48:17: Uli du konzentrierst dich immer so stark aus Portfolio?

00:48:19: Wir haben jetzt am Freitag gesprochen und wir haben ja jetzt eine sehr, sehr ernüchternde Nachricht bekommen.

00:48:23: Ändert es deine Sicht auf das Portfolios und wie du dein Portfolium jetzt strukturieren würdest?

00:48:27: Also

00:48:28: ich glaube, dass Energie wird.

00:48:29: Ich sage das ja schon lange im fester Bestandteil sein müssen weil uns das einfach in Deutschland fehlt und ich glaube das ist etwas wo man wirklich schauen muss.

00:48:37: wie kann ich eben meine Risiken auch mitigieren?

00:48:38: Dass ich einfach sage ich kann mich hier einen anderen westlichen demokratischen Ländern auch an Dingen beteiligen die diese Rohstoffe herstellen oder zur Verfügung stellen und ich glaub das ist was für die nächsten Jahre bleibt.

00:48:47: Und wenn wir hören, dass es ein best Case-Szenario vielleicht unwahrscheinlich ist aber es auch die Möglichkeit eines Worst case-Scenarios gibt, müssen wir uns dann vielleicht noch defensiver positionieren

00:48:57: Eventuell ja.

00:48:58: Also Moritz vielen herzlichen Dank für deine Zeit, super spannend!

00:49:03: Ja ich glaube Einsatz nämlich mit und zwar diese Realität anzuerkennen.

00:49:07: Ich glaube dass man nur handeln kann, wenn ich weiß wohin er will.

00:49:11: Für den ist kein Wind ein günstiger würde man vielleicht auch in der Schifffahrt damals sagen als man noch gesegelt ist.

00:49:16: also ich glaube die Situation erstmal zu bestimmen und dann gemeinsames Ziel zu definieren weil ich glaub das hast du richtig gesagt dann kann man die Kräfte bündeln und auf ein gemeinsames ziel hinarbeiten.

00:49:26: Das fehlt vielleicht auch manchmal dass wir einfach eine bessere Strategie als Land oder industriepolitisch oder auch ja von der Sicherheit her brauchen.

00:49:37: vielen Dank für die Anleitung.

00:49:38: Vielen Dank Oliver ... hab ich sehr gefreut.

00:49:41: Vielleicht irgendwann auch mal persönlich...

00:49:42: Du musst aus Rostock nach Köln?

00:49:43: Genau, grüße nach Rostocks aus Deiner Heimatstadt!

00:49:45: Bis dann, danke dir, ciao!

00:49:47: Danke

00:49:47: dir!

00:49:48: Ciao.

00:49:49: Das war die Message der Investment Podcast mit Moritz Brakel.

00:49:54: Sehr spannende Einblicke Olli.

00:49:55: Ich glaube da kann man viel mitnehmen und ich würde sagen Da trinken wir jetzt alle drüber nach Und sehen uns beim nächsten Mal bei DieMessage.

00:50:03: Der Investment Podcast.

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